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INSTITUTIONELLE ERKLÄRUNG DES PRÄSIDENTEN DER BASKISCHEN REGIERUNG IBARRETXE
25.10.03
Heute, am 25. Oktober 2003, 24 Jahre nach der
Verabschiedung des ersten Autonomiestatuts nach der Diktatur
und 164 Jahre nach der Abschaffung des Foralsystems am 25.
Oktober 1839, ist die demokratisch von der baskischen Gesellschaft
gewählte und aus den Parteien Baskische Nationalistische
Partei (PNV), Baskische Solidarität (EA) und Vereinigte
Linke (EB-IU) bestehende Regierung, um 10.30 zu einer außerordentlichen
Sitzung zusammengetreten und hat die Verabschiedung des Vorschlags
eines Neuen Baskischen Politischen Statuts der Freien Assoziierung
mit dem Spanischen Staat beschlossen. Der heutige Tag ist
also für unser Volk von historischer Bedeutung.
Die Verpflichtung gegenüber der
baskischen Gesellschaft, Lösungen zu bieten.
Dieses Neue Politische Statut des Baskenlandes
ist die Erfüllung der von der Regierung und den drei
Regierungsparteien gegenüber der baskischen Gesellschaft
eingegangen Verpflichtung Lösungen zu bieten. Eine Verpflichtung,
die auf Begeisterung und Hoffnung beruht. Eine Verpflichtung
zur Lösung, eine positive Verpflichtung, eine Verpflichtung
zum Ja. Ja zu den Menschenrechten und Grundfreiheiten aller
Menschen. Ja zur demokratischen Anerkennung des Rechtes der
baskischen Gesellschaft, gewaltfrei ihre eigene Zukunft bestimmen
zu können. Ja zum sozialen Aufbau eines Baskenlandes
für alle baskischen Bürger und Bürgerinnen,
ohne irgendjemanden auszuschließen.
Ein neues Statut für eine neue Generation.
Auf der Grundlage dieser drei positiven Verpflichtungen
möchte die baskische Regierung ihre institutionelle Verantwortung
wahrnehmen und in Ausübung der Befugnis, die ihr gemäß
Artikel 46 des Autonomiestatuts von Gernika zusteht, eine
neue Etappe beginnen. Wir legen ein neues Statut für
eine neue Generation von Basken und Baskinnen vor. Wir schlagen
ein neues Statut vor, um dem Willen der baskischen Gesellschaft
zum Wandel und zu Lösungen besser zu entsprechen. Es
ist ein moderner Vorschlag, um Beziehungen unter uns, die
Beziehung des Baskenlandes zum Staat, zu Europa und zu der
Welt aufzubauen.
Ein Vorschlag für ein besseres Leben.
Für die Basken und Baskinnen ist Selbstregierung
ein Synonym für Wohlstand. Das haben uns die Inhalte
gezeigt, die im Rahmen des Autonomiestatuts von Gernika entwickelt
wurden. Wir sind überzeugt, dass mehr Selbstregierung
auch mehr Wohlstand für alle und jeden Einzelnen von
uns bedeutet. Wir brauchen neue Instrumente und neue Kompetenzen.
Wir brauchen mehr eigene Entscheidungsbefugnis, damit die
baskische Gesellschaft den neuen Herausforderungen der Zukunft
sicher gegenübertreten kann. Wir präsentieren dieses
neue Statut, um besser zu leben.
Ein friedfertiger und demokratischer
Vorschlag. Ein Vorschlag für das Zusammenleben.
Das neue Statut schlägt keine Brüche
vor, sondern einen neuen Rahmen des Zusammenlebens mit dem
spanischen Staat. Wir wollen in gegenseitiger Anerkennung
und Respekt zusammenleben. Wir wollen eine ernsthafte Debatte
eröffnen. Wir schlagen einen friedfertigen und normalisierten
Dialog vor, ohne Beleidigungen, ohne Verunglimpfungen. Wir
appellieren an den Sinn der Völker Spaniens für
Demokratie, damit der friedfertig und demokratisch zum Ausdruck
gebrachte mehrheitliche Wille der baskischen Gesellschaft
Anerkennung findet. Wir bitten nur um Wort und Stimme.
Eine Ausgangsbasis für den Dialog.
Der heute von der Regierung verabschiedete
Vorschlag ist das Ergebnis der Bemühungen um einen Konsens
unter den drei Regierungsparteien. Gemeinsam haben wir eine
Ausgangsbasis für den Dialog geschaffen. Wir werden dem
baskischen Parlament einen Gesetzestext vorlegen, damit alle
Parlamentsfraktionen, die die unterschiedlichen politischen
und ideologischen Sensibilitäten der baskischen Gesellschaft
vertreten, frei ihre Beiträge und Änderungsvorschläge
einbringen. Denn so unterschiedlich auch unsere Standpunkte
sein mögen, so haben wir doch ein gemeinsames Ziel: die
Schaffung eines umfassenderen Konsens, um in Frieden leben
zu können.
Ein Aufruf zur Begeisterung und Teilnahme
Ich möchte mich hier auch ausdrücklich
mit einem Aufruf an alle baskischen Bürger und Bürgerinnen
wenden. Dieser Vorschlag zum Zusammenleben richtet sich auch
an jeden Einzelnen und jede Einzelne von Ihnen. Alle Menschen,
die im Baskenland leben, werden mit ihrer Stimme über
ihre Zukunft entscheiden. Das ist unser Recht und nichts und
niemand kann es uns nehmen. Ich möchte Sie ermutigen,
die Begeisterung und die Hoffnung zu bewahren. Lassen Sie
sich nie von Angst oder Enttäuschung unterkriegen. Lassen
Sie sich auch nicht zu Beleidigungen und Auseinandersetzungen
hinreißen, das führt zu nichts. Gemeinsam werden
wir endgültig die Tür aus diesem Tunnel öffnen,
um das Licht unserer Zukunft, das Morgengrauen sehen zu können.
Ich möchte Sie daher auffordern, sich über diesen
Vorschlag zu informieren, aktiv an der Debatte über die
Lösungen teilzunehmen und von uns, von allen politischen
Vertretern des Baskenlandes und des Staates Verantwortlichkeit,
Großzügigkeit und Weitblick, vor allem und insbesondere
aber Dialog zu fordern.
Die endgültige Entscheidung liegt in den Händen
der baskischen Gesellschaft. Es ist der Mühe wert, einen
Prozess in Angriff zu nehmen, in dem wir alle Platz haben.
Im Baskenland ist niemand überflüssig. Alle Meinungen
und vor allem alle Menschen, alle Bürger und Bürgerinnen
sind wichtig, unverzichtbar. Gemeinsam können wir eine
Alternative mit Zukunft errichten. Gemeinsam können wir
einen Weg der Lösung finden. Denn je mehr Menschen an
die Existenz einer Lösung für das Zusammenleben
glauben, desto näher ist sie. In diesem Leben gilt: Wo
ein Wille ist, ist auch ein Weg. Am Ende wird es die baskische
Gesellschaft in ihrer Gesamtheit und den sie derzeit bildenden
einzelnen Territorien Araba, Biskaya und Gipuzkoa sein, die
in einem Umfeld der Freiheit und Gewaltlosigkeit und ohne
dass irgendjemand ausgeschlossen wird, in einem Referendum
den vom baskischen Parlament erzielten Konsens endgültig
ratifizieren wird.
Eskerrik asko. Eskerrik asko denoi. |